FREISPRUCH NACH „TREUE-TEST“

Köln, den 17.02.2012

Liebe und Eifersucht, Sucht und Hass: Vor dem Landgericht Aachen war ein Dürener wegen versuchten Totschlags angeklagt. Anlass für den blutigen Streit: ein bestandener „Treue-Test“!  Der Prozess endete mit Freispruch  – und vielen Zoten…

Der Stich mit einer abgebrochenen Bierflasche in die Halsschlagader – das war das tragische Ende einer Vierecksgeschichte: Anton und Bärbel besuchten im Sommer Bert und seine neue Freundin Daniela (alle um die 50 Jahre, alle Namen geändert). Bärbel und Bert waren mal verheiratet, aber weiterhin im freundschaftlichen Kontakt. Deshalb war Bert auch sauer, weil er den Verdacht hatte, dass sein „Nachfolger“ seine Ex-Frau bei jeder Gelegenheit betrügen würde. Und kam so auf eine wahre Schnapsidee…

Rechtsanwalt Christoph Rühlmann, der den Angeklagten vertritt:  „Der Mann verließ mit seiner Ex-Frau unter dem Vorwand, neues Bier zu holen, die Wohnung. Um zu sehen, ob der vermeintliche Fremdgänger seine Freundin anmacht.“

Doch nichts passierte, der Casanova hielt die Füße still. War die „Venusfalle“ zu unattraktiv? Und war dies nicht eine Beleidigung für seine Freundin?

Fragen, die Bert wohl durch den alkoholisierten Kopf schossen – und im Streit mit Anton zum Kampf auf Leben und Tod führten. „Hurensohn, hätt se dir ne joode jeblose?“ Mit diesen Worten begann der Zoff, der Verteidiger plädierte auf Notwehr.

Hauptzeugin neben dem verletzten Treuetester war die Lebensgefährtin des Angeklagten. Sie verwickelte sich bei ihrer Aussage in Widersprüche und Ungereimtheiten. Auf die Frage des Richters, ob sie vor der Vernehmung etwas getrunken habe, keifte die Zeugin empört: „Herr Richter, soll ich blasen?“ Allgemeine Heiterkeit im Gerichtssaal war die Folge. Und ein Freispruch für den Angeklagten.

Quelle: express.de, 17.02.2012